Lizas Logbuch |
Das Tumblelog von Lizas Welt |
Jürgen Kaube in der FAZ über die Debatte, die durch Philipp Lahms Buch Der feine Unterschied – genauer gesagt: durch das, was Bild daraus vorabgedruckt hat – ausgelöst worden ist:
Der Rummel um den Nationalmannschafts-Kapitän, der ein harmloses und durchaus gar nichts enthüllendes Jugendbuch geschrieben hat, wofür er nun mit dem Vorwurf, illoyal zu sein, überzogen wird, ist eine Farce. Es geht allenfalls darum, ob Sportler mehr als jene Phrasen von sich geben dürfen, mit denen die Sportmoderatoren schon zufrieden sind. […]
Die Behauptung ausgerechnet von Medienleuten, man veröffentliche als Fußballspieler keine Interna, das sei unanständig, es gelte im Profisport ein besonderes Gesetz der Ehre und so weiter, ist bloß unfreiwillig komisch. Nicht nur, weil es ja gar keine Interna gab. […]
Wenn es denn ein Tabu im Fußball gibt, selbst über Ex-Trainer nichts mitzuteilen, läge es für Journalisten nicht nahe, nach der Funktion dieses Tabus zu fragen? Des Bundestrainers Wort, es stehe Spielern nicht zu, sich über Trainer öffentlich zu äußern – weshalb wird es nur apportiert und nicht zurückgefragt: Wieso denn? Weshalb darf jeder über Jürgen Klinsmann sagen, dass er kein großes Taktikgenie ist, außer denen, die es am besten wissen? Wieso erträgt das härteste Geschäft als Selbstbeschreibung nur Gemeinplätze, Eigenlob und Titanengequatsche, aber die biedere Abgeklärtheit eines Aktiven nicht einmal dann, wenn sie so verbindlich daherkommt wie bei Philipp Lahm? Aber nein, man mischt lieber mit, als sich zu wundern.
Danke dafür. Aus ganzem Herzen.
1. September 2011