Lizas Logbuch |
Das Tumblelog von Lizas Welt |
Auf dem Campusblog, der überwiegend von Studenten der Universität Zürich betrieben wird, erschien am 28. Oktober 2009 ein Beitrag, in dem über das israelfeindliche Treiben der Zürcher Universitätsdozentin und Schweizer Grünen-Politikerin Bettina Ryf berichtet wurde. Wenig später erhielten die Blogbetreiber vom Rechtsdienst der Hochschule ein Schreiben, in dem ihnen – ohne jeden Beleg (und vor allem ohne jeden Grund) – vorgeworfen wurde, „persönlichkeits- und ehrverletzende Formulierungen“ verwendet zu haben, gefolgt von der Aufforderung, den Text zu entfernen.
Da zu befürchten steht, dass die Universität mit ihrem Zensurvorhaben durchkommt, hat Lizas Welt sich entschlossen, nachfolgend den Artikel im Original zu dokumentieren. (Angepasst wurde lediglich die Orthografie: Statt der Schweizer soll hier die neue deutsche Rechtschreibung Anwendung finden.)
Uni Zürich: Grünen-Politikerin missbraucht Lehrplan für arabisch-muslimische Propaganda
Campusblog, 28. Oktober 2009
Den Anstoß für folgenden Artikel gaben Berichte von Teilnehmern des Seminars „Moral und Ethik in Gruppen“, die auf die Unausgewogenheit der Veranstaltung aufmerksam machten.
Hinter der Veranstaltung „Moral und Ethik in Gruppen“, die vom Psychologischen Institut der Universität Zürich durchgeführt wird, würde man eigentlich nichts Arges vermuten. Die Dozentin Bettina Ryf strebt danach, das Thema anhand des Nahostkonfikts zu bearbeiten:
„Es wird aktive Mitarbeit bei den Seminarübungen erwartet, eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Fallstudie (Nahost Konflikt), die über mehrere Themen fortlaufend im online Forum diskutiert wird und den Praxisbezug herstellt.“
Die interdisziplinäre psychologisch-politische Herangehensweise an den Nahostkonflikt scheint interessant, doch wir haben Bedenken: Hätte es für ein solches Thema nicht auch der Zusammenarbeit mit Historikern oder anderen Sachverständigen bedurft? Die Biografie von Bettina Ryf lässt leider kein besonderes Hintergrundwissen erahnen. Bei der Durchsicht der Unterlagen, die den Seminarteilnehmern die Grundlagen des Konfliktes vermitteln sollen, fällt zunächst die Einseitigkeit des Materials auf.
Als Einführung in das Thema dient eine Zusammenstellung von Artikeln, die von einem Deutsch-Palästinensischen Frauenverein herausgegeben wurde, einer Lobby-Organisation zur Vertretung nationaler arabisch-muslimischer Interessen. Wir können nicht auf alle Einzelheiten dieser Propagandaschrift eingehen. Einige Beispiele müssen genügen:
„In seinem Verlauf (israelischer Unabhängigkeitskrieg 1947/48) sicherten die paramilitärischen israelischen Einheiten das eigene Territorium und eroberten große Teile der dem arabischen Staat von der UNO zugesprochenen Gebiete. Daran änderte auch der Einmarsch der arabischen Staaten am Tag nach der Staatsgründung nichts. Der jüdische Staat umfasste schließlich nach seiner Konsolidierung 78% der Fläche Palastinas anstatt 56% entsprechend dem UNO-Teilungsbeschluss.“
Der Abschnitt versucht, den Unabhängigkeitskrieg als jüdische Agression darzustellen. Nichts ist falscher. Unmittelbar nach Verkündigung des UNO-Teilungsplans 1947 begannen Angriffe gegen die Juden und Vertreibungen, denen über 1.800 Juden zum Opfer fielen. Die Juden hatten zuvor dem Teilungsplan im Gegensatz zu den Arabern zugestimmt, obwohl ihr Gebiet zu 2/3 aus der unfruchtbaren Negev-Wüste bestanden hätte, während der größte Teil der fruchtbaren Flächen dem arabischen Staat zugeschlagen worden wären. Das Kriegsziel der arabischen Kriegsteilnehmer war die Vernichtung jeglicher jüdischer Präsenz in Palästina. Ein arabischer Erfolg hätte zweifellos zur Vertreibung und Ermordung der jüdischen Einwohner geführt. Nach dem Krieg verblieben in Israel rund 160.000 Araber, während im von Jordanien annektierten Westjordanland die Niederlassung von Juden verboten wurde. Dazu demolierten die Jordanier noch das jüdische Quartier in der Jerusalemer Altstadt und schlossen die Klagemauer für jüdische Pilger. Soviel zur Fairness und Toleranz.Doch all diese Fakten bleiben aus gutem Grund unerwähnt. In den Augen arabisch-muslimischer Nationalisten und ihrer Sympathisanten sind sie nur störend.
Zusammenfassend muss über diese Schrift gesagt werden, dass sie keinen wissenschaftlichen Kriterien genügt und auch nicht für sich in Anspruch nimmt, neutral zu sein: Massaker und Gewalttaten an Juden vor der Staatsgründung bleiben unerwähnt, genauso wie die über eine Million jüdische Flüchtlinge, die seit 1948 aus den arabischen Ländern und dem Iran vertrieben wurden. Ganz offensichtlich geht es der Schrift darum, das so gar nicht zutreffende Märchen von der arabischen Opferrolle zu zementieren. Bettina Ryf versucht augenscheinlich, ebendiese Lüge des arabisch-muslimischen Nationalismus bei ihren Studenten zu verbreiten. Ist dies wirklich das Niveau, das man von der Universität Zürich erwarten kann? In weiteren Unterlagen, die ebenfalls weder signiert noch mit Quellenangaben versehen sind, stehen folgende Worte über die zweite Intifada, des Terrorkrieges gegen Israel in den Jahren 2000 bis 2005:
„Auslöser: Der Auftritt von Ariel Sharon (damaliger israelischer Oppositionsführer) auf dem Tempelberg in Ostjerusalem, wobei er vor der islamischen Al-Aqsa-Moschee die Ansprüche Israels geltend machte.“
Zunächst fällt die unfreiwillige Komik ins Auge: Augenscheinlich weiß der Verfasser nicht, dass Moscheen immer islamisch sind. Diese Darstellung folgt der offizellen arabisch-palästinensischen Propaganda. Es ist bekannt, dass die zweite Intifada keine spontane Aktion war, sondern von Palästinerserpräsident Arafat und seiner Partei Fatah von langer Hand geplant worden war. Diese warteten auf einen Vorwand, der sich Besuch von Ariel Sharon darbot. Der Tempelberg befindet sich in der Altstadt Jerusalems und nicht in Ost-Jerusalem. Er ist das höchste jüdische Heiligtum überhaupt. Trotzdem wurde der Tempelberg nach dem Sechstagekrieg 1967, in dem Israel ihn eroberte, als gute Geste in muslimische Hände übergeben. Der Tempelberg ist für Juden heilig, weil er der Ort des ersten und des zweiten jüdischen Tempels war, der im 1. Jahrhundert nach Christus von den Römern zerstört wurde. Hier soll die Schöpfung ihren Ursprung genommen haben. Am Fuße dieser Anlage befindet sich die Klagemauer. Dass der Besuch dieses Heiligtums durch einen Juden eine Provokation darstellen soll, kann nur von muslimischen Fanatikern behauptet werden – oder Sympathisanten wie Bettina Ryf.
Bettina Ryf ist politisch kein unbeschriebenes Blatt. Seit dem Jahr 2007 amtiert sie als Co-Präsidentin der Grünen Partei im Stadtzürcher Kreis 2, derselben Partei notabene, die zusammen mit islamistischen Organisationen während des Gaza-Krieges die Anti-Israel Demonstration in Bern organisierte. Zu ihren Parteifreunden zählen auch solche illustre Persönlichkeiten wie Mullah-Freund Daniel Vischer, der offen von der Vernichtung Israels träumt. Beobachter fragen sich zuweilen, ob das Grüne bei der Grünen Partei noch für die Natur oder doch eher für die Farbe des Islams steht. Wer sich ein Bild vom Zustand der Grünen Partei und anderer „linker“ Organisationen und ihrem Kuschelkurs gegenüber Radikalislam und Nationalismus machen will, sei dieses Video über die Anti-Israel Demo in Bern angemahnt.
Die Unterlagen sind auf olat.unizh.ch für UZH-Studenten zugänglich.
23. August 2010